Das FBI erklärte am Donnerstag, dass Nordkorea für den Diebstahl digitaler Vermögenswerte im Wert von etwa 6,3 Milliarden US-Dollar von der Kryptowährungsbörse Binance verantwortlich sei. In einer am Samstag veröffentlichten Mitteilung bezeichnete die Behörde die konkrete Aktivität als „TraderTraitor“, eine Bezeichnung, die sie für bösartige nordkoreanische Cyberoperationen verwendet.

Nach Angaben des FBI haben die Angreifer die gestohlenen Vermögenswerte hauptsächlich in Ether umgewandelt. Die Behörde erwartet, dass die Gelder über Plattformen für dezentrale Finanzdienstleistungen und Soforttauschdienste weitergeleitet werden, während die Betreiber ihre Geldwäschebemühungen vorantreiben.

Das FBI forderte Unternehmen des privaten Sektors auf, dabei zu helfen, die Transfers zu unterbinden. Der Appell richtete sich unter anderem an Betreiber von THORNode- und RPC-Knoten, Soforttauschbörsen, DeFi-Dienste, Blockchain-Analyseunternehmen und andere Anbieter digitaler Vermögenswerte. Diese Organisationen wurden aufgefordert, Transaktionen zu blockieren, die Adressen betreffen oder von ihnen ausgehen, die mutmaßlich von Akteuren der Gruppe TraderTraitor genutzt werden. Die Behörde erklärte, ihre Mitteilung enthalte eine vollständige Liste der relevanten Adressen.

Die Veröffentlichung folgt auf andere Schätzungen, die das Ausmaß des mit Nordkorea in Verbindung gebrachten Diebstahls von Kryptowährungen hervorheben. Ein im Ausgangsmaterial zitierter Bericht von CertiK schrieb Gruppen mit Verbindungen zu Nordkorea mehr als 2 Milliarden US-Dollar der geschätzten 3,4 Milliarden US-Dollar zu, die 2025 bei Sicherheitsvorfällen im Kryptobereich verloren gingen. Diese Verluste entfielen auf 79 der 656 in jenem Jahr dokumentierten Vorfälle.

Separaten, im Ausgangsmaterial zitierten Schätzungen zufolge stahl Nordkorea zwischen 2016 und Anfang 2026 insgesamt etwa 6,75 Milliarden US-Dollar. Die Summe verteilte sich auf 263 dokumentierte Vorfälle, an denen mit Nordkorea verbundene Akteure beteiligt waren. CertiK kam zu dem Schluss, dass der Diebstahl von Kryptowährungen zu einem zentralen staatlichen Einnahmemechanismus für Nordkorea geworden sei.

Das Ausgangsmaterial zitierte außerdem Schätzungen von MilitarySpend, denen zufolge sich die jährlichen Verteidigungsausgaben Nordkoreas auf bis zu 6 Milliarden US-Dollar belaufen könnten, wobei die Zahl unsicher bleibt. Einnahmen aus Waffenlieferungen an Russland und aus dem Diebstahl von Kryptowährungen wurden als zusätzliche Finanzierungsquellen für die Waffenprogramme des Landes beschrieben.

Quellen: Cointelegraph.