Die Aktien des Bitcoin-Miners Riot Platforms stiegen am Mittwoch um mehr als 13 %, nachdem das Unternehmen einen 15-jährigen Leasingvertrag über 910 Megawatt Rechenzentrumskapazität an seinem Standort in Corsicana, Texas, bekannt gegeben hatte. Der Vertrag hat einen Wert von 28 Milliarden US-Dollar und ist Riots bislang größtes Geschäft im Bereich KI-Infrastruktur.
Durch den Leasingvertrag belaufen sich Riots erwartete künftige Rechenzentrumserlöse aus drei in diesem Jahr unterzeichneten Vereinbarungen auf etwa 38 Milliarden US-Dollar. Das Unternehmen erklärte, es werde Grundstücke und Strominfrastruktur bereitstellen, die ursprünglich für das Bitcoin-Mining entwickelt worden seien. Der Mieter, der in Riots Quartalsbericht als Anthropic identifiziert wurde, wird die Rechenausrüstung besitzen und betreiben und die Betriebskosten tragen.
Riot schätzt, dass das Projekt Kapitalaufwendungen in Höhe von 5,5 Milliarden US-Dollar erfordern wird, die voraussichtlich hauptsächlich durch Schulden finanziert werden, die mit den Leasingzahlungen abgesichert sind. Diese Finanzierung wurde noch nicht gesichert. Die erste Phase soll im September 2027 übergeben werden; die Miete wird innerhalb von 60 Tagen nach der Übergabe fällig.
Riot meldete für das dritte Quartal Umsätze von 181,4 Millionen US-Dollar, ein Plus von 1 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum, und erklärte, im Laufe des Quartals 10.599 Bitcoin verkauft zu haben, um die Expansion seiner Rechenzentren mitzufinanzieren. CEO Jason Les sagte, das Unternehmen könne im Sommer 2027 damit beginnen, das Bitcoin-Mining in Corsicana schrittweise einzustellen. Er fügte hinzu, dass langfristige Leasingverträge im KI-Ökosystem voraussichtlich nahezu den gesamten Cashflow von Riot generieren werden, sobald die derzeit bestehenden Vereinbarungen vollständig umgesetzt sind.
Die Aktien von Hut 8, einem weiteren Bitcoin-Miner, der auf KI-Infrastruktur setzt, fielen am Mittwoch zeitweise um mehr als 22 %, nachdem der Quartalsumsatz die Schätzungen der Analysten verfehlt hatte. Der Umsatz sank um 15 % auf 71,1 Millionen US-Dollar und lag damit unter der von MarketBeat genannten Prognose von 75,8 Millionen US-Dollar. Finanzchef Sean Glennan führte den Rückgang teilweise auf Anlagenverkäufe und niedrigere Erlöse je geschürftem Bitcoin zurück; zugleich stiegen die zahlungswirksamen Verwaltungskosten im Jahresvergleich.
Hut 8 erklärte, das Unternehmen habe Projektanleihen im Wert von 7,5 Milliarden US-Dollar zur Finanzierung zweier großer KI-Rechenzentrumsprojekte gesichert. Bei keinem der beiden Projekte werden bislang Leasingerlöse erzielt; die Einnahmen aus den vertraglich vereinbarten Infrastrukturleistungen hängen weiterhin von Meilensteinen bei der Übergabe ab.
Quellen: Cointelegraph.
